Die Corona-Pandemie – Gesund bleiben aber wie?

Was kann ich selbst tun, um mich vor einer Infektion zu schützen und meine Gesundheit bei einer Infektion zu erhalten.
Jeder warnt von der Gefährlichkeit der Infektion, keiner weist auf die Möglichkeiten einer Prävention hin!

Seit dem ersten Fall von Covid-19 – einer neuartigen Lungenkrankheit, die tödliches Lungenversagen zur Folge haben kann – Ende 2019 breitet sich das Virus pandemisch weltweit, in der letzten Zeit sogar exponentiell aus. Das genaue Ausmaß und auch die Dauer der Pandemie sind nicht vorherzusagen.

Der hochinfektiöse Erreger (SARS-CoV-2), ein spezielles Coronavirus, wird vor allem durch Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen. Zwischenzeitlich weiß man, dass das Corona-Virus nicht nur die Lunge, sondern alle Organsysteme befallen kann und zu teilweise sehr schwerwiegenden Folgeschäden führt.

Der Verlauf der Infektion variiert jedoch in Abhängigkeit verschiedener Faktoren derart, dass 80-85% der Infizierten nur milde bzw. keine Symptome aufweisen. Die Mechanismen (Faktoren), die einen besonders günstigen Verlauf der Erkrankung beeinflussen, sind bisher nur teilweise aufgedeckt.

Völlig unklar ist bisher auch der Umstand, warum in einem Haushalt eine mit SARS-CoV-2 infizierte Person nicht alle im gleichen Haushalt lebenden Personen ansteckt.

Wann es eine Impfung geben wird ist zurzeit nicht beurteilbar. Es gibt aber ausreichend Hinweise und eigene Erfahrungen, wie man selbst sich vor einer Infektion schützen und den Verlauf bei einer Infektion günstig beeinflussen kann.

Seit langem ist bekannt, dass verschiedene Umwelt- und individuelle Faktoren das Auftreten und den Verlauf viraler Infektionen (z.B. der Grippe) stark beeinträchtigen können.

Aufgrund vieler, besonders in den letzten 15 Jahren im Rahmen eines integrierten Risikofaktoren Managements gewonnen Erkenntnisse, stellte sich immer mehr heraus, dass durch eine gezielte allumfassende Intervention sich nicht nur das Auftreten chronischer Erkrankungen, sondern auch das Auftreten und der Verlauf von Infektionskrankheiten signifikant senken lässt.

Das bisherige Ausmaß und der zuletzt explosionsartige Verlauf der Corona-Pandemie stellt nicht nur die politischen, wirtschaftlichen, sondern vor allem auch alle medizinischen Instanzen vor eine nie dagewesene Herausforderung.

Zum jetzigen Zeitpunkt sollte aber auch JEDEM bewusst werden, dass hier nicht nur der jeweiligen Situation entsprechend politische, wirtschaftliche und allgemeingütige medizinische Entscheidungen auf allen Ebenen gefordert sind.  Da es sich bei der Corona-Pandemie um eine von Menschen zu Menschen übertragbare virale Infektionskrankheit handelt, kommt dem eigenverantwortlichen Verhalten eines jeden Einzelnen im gesellschaftlichen Leben eine besondere Rolle zu.

Um jedoch in Eigenverantwortung dieser gesellschaftlichen Aufgabe gerecht zu werden, ist eine detaillierte Kenntnis der entscheidenden Lebensstilfaktoren erforderlich, die für das Auftreten und den Verlauf der Covid-19-Infektion relevant sind.

Welches sind nun die entscheidenden Lebensstilfaktoren in der Corona-Pandemie, die mich vor einer Infektion schützen bzw. deren Verlauf günstig beeinflussen?

Basierend auf den jahrelangen eigenen wissenschaftlichen und klinischen Erfahrungen sowie der im Rahmen des bisherigen Verlaufs  der Corona-Pandemie in den letzten 10 Monaten vorliegenden aktuellen Datenlage sind dies:

Allgemeingültige hygienische Maßnahmen:

Da das Corona-Virus vor allem direkt von Menschen zu Menschen übertragen wird, kann man das Ansteckungsrisiko – wie bei allen Infektionskrankheiten – durch die nachfolgend aufgeführten Hygiene-Maßnahmen reduzieren:

Dies sind vor allem die Regeln für den Alltag:

  • Alltags Atem-Maske tragen
  • Hände waschen
  • Abstand halten
  • Menschenansammlungen meiden
  • Aktuell auch Kontakte auf das Notwendigste reduzieren!

Die meisten Menschen stecken sich anscheinend über die Luft mit SARS-CoV-2 an. Das ist der Grund, eine Gesichtsmaske, auch Mund-Nasen-Schutz genannt, zu tragen. Sie senkt die Abgabe von Viren aus den Atemwegen an die Umgebungsluft und senkt so das Ansteckungsrisiko.  Nach anfänglicher Skepsis empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation WHO die Bedeckung von Mund und Nase als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2.

Am Anfang der Pandemie war man der Meinung, dass Masken wenig effektiv im Kampf gegen Covid-19 sind. Die Begründung war damals: Die Viren seien so klein, dass sie problemlos durch den herkömmlichen Mund-Nase-Schutz gelangen.

Zwischenzeitlich wurde aufgezeigt, dass die Atem-Masken (die sogenannten chirurgischen Masken) nachweislich – trotz immer wiederkehrender unqualifizierter Äußerungen – das Infektionsrisiko signifikant senken. So konnten durch die Einführung einer Maskenpflicht die SARS-CoV-2-Infek­tionen in Kanada um mehr als 25 % gesenkt werden.

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass es in den ersten Wochen nach Einfüh­rung der Maskenpflicht im Juli und August in den Regionen von Ontario zu einem durch­schnittlichen wöchentlichen Rückgang der neu diagnostizierten Covid-19-Fälle um 25 bis 31 % gekommen ist.

Eine neue japanische Studie zeigt, wie Masken wirklich eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern. Egal, ob Stoff- oder chirurgische Maske: In dem Versuch zeigte sich, dass beide Arten der Mund-Nase-Bedeckung beim Gegenüber die Viruslast um 70 Prozent reduzieren. Alle bisher vorliegenden Ergebnisse deuten darauf, dass OP-Masken die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung humaner Coronaviren und Influenzaviren von Personen mit Symptomen, senken können. Zu 100 Prozent ausgeschlossen ist jedoch eine Übertragung des Virus allerdings nicht einmal dann, wenn beide Seiten eine Maske tragen und damit die Viruslast (d.h. die übertragene Virusmenge) tatsächlich verringern. Dies könnte aber einen entscheidenden Einfluss auf die Schwere der Covid-19-Erkrankung haben.

Welche individuellen Faktoren (Mechanismen) bewirken den stark divergierenden Verlauf der Covid-19-Erkrankung?

Für den Verlauf der Covid-19-Erkrankung spielt – wie bei allen Infektionserkrankungen – die körperliche Abwehr, also das individuelle Immunsystem eine entscheidende Rolle. Aus den bisherigen, während der Corona-Pandemie gewonnen Erfahrungen, ist inzwischen offensichtlich, dass bestimmte Risikofaktoren einen schweren Verlauf von Covid-19 fördern können. Dazu gehören vor allem ein hohes Alter, Vorerkrankungen wie chronische Lungenerkrankungen (COPD; A. bronchiale), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Nierenerkrankungen, neurologische Erkrankungen, Immunsuppression, aber auch Übergewicht (Fettleibigkeit insbesondere Adipositas per magna).

Immer wieder gibt es jedoch auch jüngere, gesunde und sogar sportlich aktive Infizierte, die ohne diese Risikofaktoren schwer erkranken, umgekehrt verläuft Covid-19 bei manchen Menschen aus den Risikogruppen – wie auch die bisherigen eigenen Beobachtungen bei Hochrisikopatienten zeigten – überraschend mild.

Es ist noch nicht ausreichend geklärt, welche exakte Rolle die einzelnen Bestandteile des Immunsystems bei einer Covid-19-Erkrankung einnehmen. Zuerst ist herauszufinden, ob Antikörper, B- oder T-Zellen letztlich mit einer kurz- oder langfristigen Immunität einhergehen und von welchen Faktoren sie abhängen. Ob und wie lange genau eine Immunität nach der Infektion besteht, kann derzeit noch nicht klar beantwortet werden.

Die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Gesundheit und besonders mit dem Immunsystem beginnt für viele Menschen meistens erst dann, wenn sie akut erkranken. Erst dann, wenn es bereits zu spät ist, wird krampfhaft versucht das Immunsystem – mehr oder weniger erfolgreich – zu stärken.

Effizienter ist es jedoch, solange man noch gesund ist dafür zu sorgen, den Körper und insbesondere auch die Abwehr (den individuellen Immunstatus) präventiv zu stärken, um gar nicht erst krank zu werden bzw. eine Infektion gut zu überstehen.

Für das Immunsystem stellen diejenigen Erreger (Viren, Bakterien) eine besondere Herausforderung dar, die ihm unbekannt sind, wie aktuell das neuartige Corona-Virus (SARS-CoV-2). Denn wenn der Organismus noch keine Erfahrung mit einem bestimmten Erregertyp hat, muss die Immunabwehr erst lernen damit umzugehen. Es ist dann umso wichtiger, durch die individuell erforderlichen Maßnahmen das Immunsystem derart zu stärken, damit es bestmöglich das Virus bekämpfen kann.

Die bisher vorliegenden eigenen und veröffentlichten klinischen Erfahrungen, insbesondere gewonnen bei Hochrisikopatienten, weisen auf einen positiven Effekt durch ein individuell integriertes Risikofaktoren-Management einschließlich der Maßnahmen einer Lebensstiloptimierung auf den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung hin.

Wie kann ich also mein individuelles Immunsystem generell stärken, was ist bisher mehr oder weniger gesichert?

Seit langem ist bekannt, dass durch verschiedene Lebensstilfaktoren die Gesundheit erhalten und die Gesundheits-Risiken deutlich vermindert werden können.

Dazu zählt besonders die Ernährung:

Hier gilt es zunächst zu wissen, dass man durch die Aufnahme einer bilanzierten bedarfsgerechten Kost beinhaltend alle für die Organ- und Zell-Funktionen des Körpers, so auch für das Immunsystem notwendigen bioaktiven Bausteine in ausgewogener Bilanz die individuelle Gesundheit erhalten und fördern kann.

So kann man vor allem durch den Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkorn (Cerealien), Nüsse, fetten Fisch und pflanzliches Fett bei einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr – nicht nur die Gesundheits-Risikofaktoren mindern, sondern auch das Immunsystem günstig beeinflussen.

Bereits Hippokrates (griechischer Arzt 460-377 v. Chr.) wies auf die Bedeutung einer richtigen Ernährung für die Gesundheit hin, da er eine der Hauptursachen der Krankheiten bereits in einer falschen Ernährung sah.

Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel,
und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.

Um jedoch auf dem Gebiet – Ernährung/Immunsystem – entsprechend den neuesten Erkenntnissen heute fundiert und effizient einzugreifen, ist nicht nur ein detailliertes physiologisches, biochemisches und ernährungsphysiologisches, sondern auch ein klinisches Verständnis über alle Stoffwechselabläufe im Organismus erforderlich.

Eine besondere Rolle für die körperliche Abwehr spielen vor allem die mit der Nahrung aufgenommenen Ballaststoffe!

Die funktionelle Bedeutung der mit der Nahrung aufgenommenen Ballaststoffe für den menschlichen Organismus war besonders in den Jahren 1960/70 Gegenstand intensivster Forschungsaktivitäten vor allem unter dem Aspekt eines zukünftigen Lebens im Weltraum. Bei der Konzeption einer Astronauten-/Kosmonauten-Kost musste zunächst aufgrund der Mengenbeschränkung auf Ballast verzichtet werden. Es wurde bereits damals bekannt, dass die Ballaststoffe unserer Nahrung für die Aufrechterhaltung der normalen Magen-Darmfunktion und die im Mikrobiom ablaufenden komplexen biochemischen und physiologischen Prozessen verantwortlich sind.

Es wurde auch bereits erkannt, dass die Ballaststoffe im Magen-Darmtrakt nicht nur wesentlich zu unserem Wohlbefinden über ihren Einfluss auf  die Produktion von Serotonin (90% werden hier gebildet) und der neurohumoralen Vernetzung (über die sogenannte Darm-Hirn-Achse) beitragen, sondern insbesondere auch für die Abwehr von viralen und bakteriellen Infektionen (Immunität) eine wichtige Rolle spielen.  Zwischenzeitlich ist bekannt, dass sich 70-80% aller Immunzellen unseres Körpers hier befinden. Das Immunorgan Darm ist ein hochspezialisiertes adaptives Abwehr-System.

Eine Schlüsselrolle für eine Balance zwischen Immunantwort und immunologischer Toleranz spielen dabei neben der Bildung humoraler Faktoren wie kurzkettige Fettsäuren vor allem die sogenannten Dendritischen Zellen über die Stimulation sogenannter induzierter regulatorischer T-Zellen. Bei der Erfüllung dieser zahlreichen physiologischen Funktionen spielt nicht nur die Art der aufgenommenen Ballaststoffe, sondern auch ihre Struktur eine entscheidende Rolle.

Die Bedeutung der Ballaststoffe, insbesondere der Cerealien, für die individuelle Gesundheit wurde durch eine im Jahre 2014 veröffentlichte amerikanische 9-Jahres-Studie fundiert belegt. Mit dem Ergebnis, dass eine dem tatsächlichen physiologischen Bedarf angepasste Ballaststoffzufuhr (Erhöhung der Ballaststoffzufuhr auf ca. 30 Gramm) zu einer signifikanten Senkung der Gesamtsterblichkeit um 22% führt. Dabei wurde auch erfasst, dass eine ballaststoffreiche Kost nicht nur die kardiovaskuläre Sterblichkeit, sondern vor allem auch die Todesfälle an respiratorischen und infektiösen Erkrankungen vermindert. Die protektive Wirkung der Ballaststoffe wies dabei eine signifikante Reduktion der Todesfälle an kardiovaskulären, infektiösen und respiratorischen Erkrankungen um 24 bis 56 Prozent bei den Männern und um 34 bis 59 Prozent bei den Frauen auf.

Bei den in den letzten 15 Jahren, im Zusammenhang mit der Empfehlung (Verordnung) einer optimierten bedarfsgerechten Ballaststoffzufuhr (>30g/Tag), gemachten eigenen Erfahrungen konnte beobachtet werden, dass es dadurch nicht nur zu einer deutlichen Senkung des kardiovaskulären Risikofaktorenprofils und  viraler respiratorischen Infektionen (Influenza),  sondern auch bei einer hohen Viruslast zu einem günstigen Infektionsverlauf kommt.  Diese Beobachtung, dass Ballaststoffe auch die Virulenz von Grippevieren abschwächen, wurde zwischenzeitlich auch experimentell bestätigt.

Fazit: Ein optimierte bedarfsgerechte Ballaststoffzufuhr ist eine wertvolle und effektive Maßnahme, um den Körper und die Abwehrkräfte zu stärken.

Zwischenzeitlich ist im Laufe der Corona-Pandemie auch gesichert, dass vor allem das Vitamin-D für den Verlauf von Covid-19 eine wichtige Rolle spielt!

Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Großteil der Bevölkerung (bis zu 80 %) in unserem Breitengrad über keinen für die Aufrechterhaltung aller für die Gesundheit wichtigen Organ- und Zell-Funktionen ausreichenden Vitamin-D3-Status (>30 ng/ml) verfügt.

Vitamin-D ist ein lebenswichtiges Vitamin und wird im Körper zu einem Hormon umgewandelt. Es steuert zahlreiche zentrale körperliche Prozesse. Damit Vitamin-D seine wichtigen biologischen Funktionen erfüllen kann, muss eine konstante und ausreichende Versorgung gewährleistet sein. Vitamin-D beeinflusst im Organismus, über seine hormonähnliche Rezeptoren-vermittelte Wirkung, physiologische und biochemische Zellfunktionen einschließlich verschiedener immunologischer Abläufe (Abwehrprozesse).

Die zentrale Rolle, die Vitamin-D3 in der Ausbildung, Aktivierung und Steuerung des Immunsystems spielt, ist bereits mehrfach nachgewiesen worden. Noch immer sind jedoch dabei nicht alle Zusammenhänge völlig erforscht. Immer klarer wird aber, dass Vitamin-D3 ein wesentliches Element für das Immunsystems und unverzichtbar für unsere Abwehrkräfte ist. Vitamin-D3 beeinflusst und steuert sowohl das angeborene als auch das adaptive Immunsystem. Vitamin-D3 und ist somit wichtig für die Bekämpfung akuter Krankheiten. Es verhindert gleichzeitig – wie zahlreich nachgewiesen – auch die Entstehung von Autoimmunerkrankungen und chronischen Entzündungen.

Das Vitamin-D-Hormon Calcitriol wirkt im Immunsystem als ein wichtiger Botenstoff, der die Aktivitäten der Immunzellen steuert. An der Oberfläche aller Immunzellen finden sich hierzu spezielle Vitamin-D3-Rezeptoren, an die das Vitamin D3 andockt und so bestimmte Immun-Prozesse wie die Genexpression von Cathelicidin (ein antimikrobielles Peptid), die Genexpression von relevanten Claudinen (diese versiegeln die Zwischenräume der Epithelzellen im Respirationstrakt) sowie die Aktivität von Zellen der unspezifischen Abwehr (Monozyten, Makrophagen, dendritische Zellen) steuert.

Frühere Untersuchungen hatten bereits ergeben, dass Vitamin-D3 einen positiven Einfluss auf den Verlauf von akuten Atemwegserkrankungen und von schweren Infektionen (Sepsis) über die günstige Beeinflussung des Immunsystems ausübt.  Verschiedene Studien und eigene Beobachtungen zeigten, dass bei einem Blutspiegel von mehr als 30 ng/ml Atemwegsinfekte deutlich seltener auftreten. Dass dieser Zusammenhang kausal ist, konnte auch durch zahlreiche veröffentlichte Interventionsstudien belegt werden.

Eine Meta-Analyse wertete im Jahr 2013 die Daten von 11 veröffentlichten klinischen doppelblind Placebo-kontrollierten Studien mit über 5600 Teilnehmern aus, die den Einfluss einer Vitamin-     Supplementation auf die Häufigkeit von Infektionen der oberen Atemwege untersuchten.

Das Ergebnis: Die regelmäßige, tägliche Einnahme von Vitamin D führte zu einer Reduktion des Infektionsrisikos um 50 Prozent. Verschiedene Interventions-Studien bestätigten auch, dass das Risiko einer Grippeerkrankung um bis zu 64 Prozent bereits durch eine tägliche Einnahme von 1.600 IE Vitamin-D3 und damit optimierte Vitamin-D-Versorgung gesenkt werden kann.

Es wurde im bisherigen Verlauf der Corona-Pandemie auch bereits offensichtlich, dass der Schweregrad der SARS-CoV-2– Infektion stark durch den individuell vorliegenden Vitamin-D3-Status beeinflusst wird. Dabei ist aus den bisherigen bei Covid-19-Patienten erhobenen medizinischen Daten ein Dosis-Wirkungsgrad zwischen dem jeweiligen Vitamin-D3-Status und der Schwere der Covid-19-Erkrankung erkennbar. So lag bei den meisten auf den Intensivstationen beatmeten schwer erkrankten Patienten ein Vitamin-D3-Mangel (<30 ng/ml) vor.

Wichtig ist dabei auch zu wissen, dass Vitamin-D3 und Magnesium eng zusammenwirken: Ohne Magnesium kann Vitamin-D nicht in seine aktive Form (Calcitriol) umgewandelt werden – ein oft übersehener Zusammenhang. Alle bekannten Enzyme im Vitamin-D-Stoffwechsel benötigen Magnesium – ohne das Mineral kann Vitamin-D deshalb nicht in seine aktiven Formen umgewandelt werden. Bei einem Magnesium-Mangel funktionieren auch der Transport und das Regulationssystem des Vitamin-D3-Hormons nicht korrekt, wodurch Vitamin-D ebenfalls zum Teil wirkungslos bleibt. Insgesamt ist Vitamin- D also extrem abhängig von einer gleichzeitig optimalen Magnesium-Versorgung.

Warum spielt das Alter für den Verlauf der SARS-CoV-2-Infektion eine solche starke Rolle?

Wenn das Coronavirus SARS-CoV-2 in den Körper gelangt, wird zunächst das unspezifische und erst danach das spezifische Immunsystem aktiv.

Das Verhalten des unspezifischen Immunsystems ist angeboren und genetisch festgelegt.

Der Vorteil dieser angeborenen Abwehr ist ihr schnelles Reaktionsvermögen und die breit gestreute Wirksamkeit. Seine Leistungsfähigkeit ist aber beschränkt und es gelingt ihm nicht immer, alle Erreger zu eliminieren. In diesem Fall kommen die Spezialeinheiten des Körpers, das spezifische Immunsystem zum Einsatz. Das spezifische Immunsystem entwickelt sich im Lauf des Lebens. Mit zunehmendem Alter nimmt die Aktivität des angeborenen Immunsystems ab. Auch in der adaptiven Immunabwehr (dem erworbenen Immunsystem) finden eine Reihe von altersbedingten Veränderungen statt, die zu einem Nachlassen der Funktionsfähigkeit (Immunoseneszenz) führen. Bei diesen mit zunehmendem Alter eintretenden zellbiologischen Veränderungen spielt auch die Ernährung (Mangel in der Vitamin- und Eiweiß-Versorgung) eine wichtige Rolle.

Das ist möglicherweise auch einer der Gründe dafür, dass eine Coronavirus SARS-CoV-2-Infektion von Älteren nicht so gut beherrscht wird und gleichzeitig Kinder kaum schwer erkranken.

Fazit: Vitamin D stärkt und kontrolliert das Immunsystem.

Vitamin D zeigt sich – wie eigene und veröffentlichte Beobachtungen unterstreichen – immer mehr als ein zentrales Element des Immunsystems. Es steuert und moduliert das Immunsystem.  Nur bei einer guten bedarfsgerechten Vitamin-D-Versorgung (>30ngml; optimal 50-70ng/ml) ist eine funktionsfähige Immunabwehr gewährleistet.  Besonders im Herbst und Winter ist dies relevant – Vitamin D kann hier das Risiko von Grippeerkrankungen und anderen Atemwegsinfekten nachweislich senken.

Zwischenzeitlich sind auch weitere ernährungsphysiologische Faktoren, die neben dem Vitamin D das Immunsystem positiv beeinflussen, wissenschaftlich erfasst worden.

So ist eine optimale Funktion des Immunsystems auch von einer ausreichenden konstanten Versorgung mit den Vitaminen und Mineralien wie die B-Vitamine B1; B2; B6 und B12; Folsäure; Vitamin C; Vitamin A; Vitamin E sowie Eisen; Kupfer; Selen und Zink abhängig. Die Bedeutung dieser hier genannten Vitamine und Mineralien für die Gesundheit und insbesondere für das Immunsystem ist durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegt und führte letztendlich zu ihrer Aufnahme und Nennung im  EU „Register of nutrition and health claims“.

Fazit: Eine optimale Vitamin- und Mineralstoffversorgung ist eine wertvolle und effektive Maßnahme, um den Körper und die Abwehrkräfte zu stärken.

Zur Stärkung des Immunsystems zählen neben der Ernährung auch die Bewegung und besonders Bewegung an der frischen Luft.

Sport stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern verlängert nachweislich auch das Leben!

Es ist ausreichend bekannt, dass ein regelmäßiges Ausdauertraining über eine Vermehrung der immunkompetenten Zellen zu einer verminderten Infekt-Anfälligkeit und auch zu einem besseren Impfschutz führt. Moderaterdie Ausdauer steigernder – Sport und Bewegung sind nachweislich nicht nur gut für den Organismus, sondern auch für die Immunabwehr. Besonders geeignet ist dabei ein Bewegungsprogramm mit den sportlichen Aktivitäten wie Joggen, forsches Spazierengehen (Walking), Crosstrainer, Radfahren bzw. Schwimmen über 4-6 Einheiten pro Woche mit einer jeweiligen Dauer von 40-60 Minuten entsprechend einem wöchentlichen Kalorienmehrverbrauch von >2500 kcal.

Fazit: Sport ist somit nicht nur eine wertvolle und effektive Maßnahme, um den Körper physisch und psychisch, sondern auch die Abwehrkräfte zu stärken.

Schlussfolgerung

Aus den hier dargelegten Fakten ist zu ersehen, dass man durch einfache, dem individuellen Bedarf angepasste Maßnahmen der Lebensstiloptimierung, die gesundheitlichen Risiken während der Corona-Pandemie nachweislich senken kann. Um eine möglichst hohe Effizienz der hier genannten Präventionsmaßnahmen zu erzielen, sollten diese, individuell bedarfsgerecht mit entsprechender medizinischer Fachkompetenz, eingesetzt werden.

Literatur beim Verfasser